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 Betreff des Beitrags: Kap der Finsternis von Roger Smith
BeitragVerfasst: Mo 16. MĂ€r 2009, 17:52 
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Registriert: Fr 9. Jan 2009, 12:08
BeitrÀge: 14
Willkommen in der Hölle von Kapstadt

So hatte sich der GlĂŒcksspieler Jack Burn das Leben mit seiner schwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt nicht vorgestellt, als er unter falscher IdentitĂ€t von L.A nach Kapstadt flĂŒchtet, um in einer der schönsten Metropolen der Welt seiner Familie ein normales Leben zu ermöglichen. Fernab von der Vergangenheit findet sein Plan ein jĂ€hes Ende, als zwei Mitglieder der Americans, der grĂ¶ĂŸten Gang aus den Cape Flats, in das Haus der Familie einbrechen, um sie auszurauben. Ohne Skrupel stellt sich Jack Burn den Eindringlingen und steht innerhalb kĂŒrzester Zeit am Ende seiner Zukunft.

Kapstadt – drittgrĂ¶ĂŸte Stadt in SĂŒdafrika, benannt nach dem Kap der guten Hoffnung. Voller unbeherrschter MentalitĂ€t, Drogen und Korruption. Bandenkriege sind an der Tagesordnung. Gut getarnt von der eigentlichen Touristenhochburg toben sie in den Slums und bringen schonungslos die raue Wirklichkeit SĂŒdafrikas ans Licht.

Inmitten dieser Kulisse erzĂ€hlt der Autor Roger Smith mit voller verbaler HĂ€rte seine Geschichte. Bizarr und ohne Schnörkel reiht er die Fakten aneinander, beschönigt nichts. Rasant im Tempo lĂ€sst er Ereignisse und Handlungen ablaufen, dass dem Leser schwindlig wird. Schub um Schub, unwirklich erscheinend und doch voller RealitĂ€t. Es gibt keine Schonung, auch fĂŒr seine Protagonisten nicht. Erbarmungslos enthĂŒllt er ihr Leben, stellt sie bloß. Denn jeder hat etwas zu verbergen. Nur die Art und Weise, wie er es tut, unterscheidet sich.

Da gibt es den ruhigen unauffĂ€lligen BaustellenwĂ€chter mit langjĂ€hriger Knast- und Bandenerfahrung, der erst bei nĂ€herem Hinsehen Angst einflĂ¶ĂŸt oder den korrupten Polizisten, der mit hohem Aggressionspotential gegen Mitglieder der Unterschichten vorgeht und auch vor Mord nicht zurĂŒckschreckt und nicht zuletzt die jugendlichen Einbrecher, die nicht einmal vor einer werdenden Mutter halt machen. Alles Menschen, denen man am Besten nicht begegnen sollte. Und doch sind sie nicht wegzudenken in einer Gesellschaft, die von Gewalt und Rassismus geprĂ€gt ist. Wo Prostitution, Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Raub, Diebstahl und Hehlerei an der Tagesordnung sind.

Roger Smith zeigt in seinem Buch um den gestrauchelten amerikanischen GlĂŒcksspieler Jack Burn die Seite KapstadtÂŽs, die gut versteckt im Inneren tobt, den Kap der Finsternis. Rasant, gesellschaftskritisch, mit realem Hintergrund wurde der Thriller vom Autor mit viel Wissen zum Detail konstruiert und ist trotz seiner durchgĂ€ngigen BrutalitĂ€t Ă€ußerst lesenswert.

360 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-608-50202-2Tropen bei Klett-Cotta


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 Betreff des Beitrags: Re: Kap der Finsternis von Roger Smith
BeitragVerfasst: Di 24. MĂ€r 2009, 17:17 
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Registriert: Do 6. Nov 2008, 15:28
BeitrÀge: 25
Kapstadt - Viel Schatten, kaum Licht

Inhalt:

Jack Burn, ein Amerikaner mit einem dunklen Geheimnis, seine Frau Susan und ihr 4-jĂ€hriger Sohn Matt werden von zwei Gangstern ĂŒberfallen. Jack gelingt es die TĂ€ter zu ĂŒberwĂ€ltigen und zu töten.
Ein korrupter Polizist nimmt Jack ins Visier und der BaustellenwÀrter Benny wird Zeuge der Tat. Auch sie haben Dreck am Stecken und so löst das Ereignis bei der Familie Burn eine Lawine aus, die sie schnell alle zu verschlucken droht...

Meine Meinung:

Roger Smith hat nicht mit der Wimper gezuckt und seinen 356 Seiten langen Roman ziemlich brutal und grausam gestaltet. Mit fließendem Blut hat er wohl ebenso wenig Probleme wie mit roher Gewalt.
In den 33 Kapiteln wird gemordet und gemetzelt, geschÀndet und hintergangen.
Kapstadt rĂŒckt so doch in ein sehr negatives Licht und erscheint genauso unsympathisch wie alle Protagonisten. Sie alle haben schĂ€ndliche Taten begangen weshalb auch trotz der bereits erwĂ€hnten BrutalitĂ€t kein MitgefĂŒhl beim Leser geweckt wird.
Die Slangsprache die oft verwendet wird macht es besonders zu Beginn doch etwas anstrengend das Buch zu lesen, hat man sich daran gewöhnt stört sie nur noch leicht den Lesefluss.

Zu Beginn wird der Leser regelrecht mit Informationen ĂŒberhĂ€uft, rasant und atemraubend startet man in die Geschichte und erhĂ€lt auch gleich einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Figuren. Dann flacht die Handlung etwas ab, wird etwas abgebremst, aber trotzdem vorangetrieben. Einige HandlungsstrĂ€nge fließen schnell zusammen, wĂ€hrend der Zusammenhang zwischen anderen lange im Unklaren schwebt.
Doch am Ende passt dann alles wie die Faust auf's Auge.
Positiv hervorzuheben ist noch, dass sich Roger Smith nicht mit NebensĂ€chlichkeiten aufhĂ€lt, sondern stets die Handlung weiterfĂŒhrt und den Fokus auf das Wesentliche legt.

Wenn man das Cover des Romans betrachtet, das doch eher unscheinbar und langweilig ist, rechnet man nicht mit einem so furiosen Roman.

Fazit:

Ein rasanter Thriller, der mehr hĂ€lt als er von außen verspricht. Ein Buch das einen ein Kapstadt nĂ€her bringt, in dem mehr Dunkel als Licht herrscht und in dem an BrutalitĂ€t nicht gespart wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kap der Finsternis von Roger Smith
BeitragVerfasst: Do 26. MĂ€r 2009, 22:15 
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Registriert: Do 26. MĂ€r 2009, 21:59
BeitrÀge: 16
Jack, der Protagonist, ist mit seiner Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Er selber hofft dort auf ein schönes Leben, doch seine Frau Susan hadert mit ihrem Schicksal und möchte ihrem Sohn ein besseres Leben ermöglichen - weit weg von Drogen, Gangs und Slums. Doch genau diese 3 Wörter beschreiben Kapstadt exakt. Und so kommt, was kommen muss. Die Familie wird Opfer einer zufĂ€lligen Gewalttat - und kommt glimpflich davon. Doch dafĂŒr mussten sie einen hohen Preis zahlen. Nun auf sie aufmerksam geworden, fĂ€ngt die Polizei an Jack und seine Familie zu beschatten. Die dunklen Schatten seiner Vergangenheit sind dabei ihn einzuholen. Er muss fliehen.

Die rasante Verfolgungsjagd, die sich das Buch zum Thema macht, ist so spannend gestaltet, das man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Man wartet sehnsĂŒchtig darauf, dass sich die vielen HandlungsstrĂ€nge und Perspektiven zu einem Ganzen vermischen und einen Sinn ergeben. Man fliegt nur so durch die Zeilen.

Das Buch ist in einem authentischen Schreibstil geschrieben, der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund. Doch gerade deshalbw wirkt dieses Buch so glaubwĂŒrdig. Roger Smith deckt viele MissstĂ€nde auf, ohne jemanden konkret dafĂŒr verantwortlich zu machen. Eine gute Lösung, die ihr Ziel erreicht.

Ein nervenzereißender Thriller, der Kapstadt von einer anderen Seite zeigt!


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