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Lesenswerter Dorfkrimi
Anne Chaplet erzĂ€hlt in ihrem Buch âSchrei nach Stilleâ eine Geschichte, die in 2 Zeitebenen spielt. Es ist das Jahr 1967 als ein Hippie-Trio in das Dorf Klein Rhoda zieht, zu einer Zeit, in der Selbstverwirklichung, LSD und RĂ€ucherkerzen zelebriert werden. Ihre Vorstellung von der Verwirklichung der freien Liebe stöĂt auf massiven Widerstand bei der ĂŒberaus prĂŒden Dorfbevölkerung und es kommt zu Ăbergriffen, die ihr abruptes Ende finden, als eines der Blumenkinder spurlos verschwindet.
40 Jahre spĂ€ter kauft die Autorin des Bestsellers âSummer of Loveâ, Sophie Winter, ausgerechnet das Haus in Klein Rhoda, in dem damals die Hippies gewohnt haben und reiĂt damit alte Wunden wieder auf. Die misstrauischen und starrköpfigen Einheimischen fĂŒhlen sich durch die Fremde in ihrer Dorfidylle empfindlich gestört. Und so dauert es nicht lange, bis unheimliche Vorkommnisse das Leben der Autorin durcheinander bringen. Immer öfter wird die Frage nach dem verschwundenen HippiemĂ€dchen gestellt, aber das Dorf schweigt.
Bereits auf den ersten Seiten Buches fand ich es faszinierend, ja eigentlich genial, wie die Autorin es versteht, die Stimmung in dem alten Haus zu schildern, wie sie mit bildhafter Sprache und AtmosphĂ€re spielt. Aber auch die persönlichen Befindlichkeiten der Dorfbewohner kommen in diesem Buch nicht zu kurz. Ein typischer Dorfkrimi eben, der durch spieĂige Bewohner und dörfliche Regeln sein Leben eingehaucht bekommt.
âSchrei nach Stilleâ ist vielleicht nicht der spannungsgeladene Krimi, den die Thrillerfans unter uns bevorzugen, aber ein Buch, das es in sich hat.
350 Seiten, gebunden ISBN: 978-3-471-77282-9 List Verlag
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