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Wer sucht was er wĂŒnscht, findet das, was er braucht
Inhalt:
Caelum & Maureen sind seit Jahren - mal mehr und mal weniger glĂŒcklich - verheiratet und arbeiten beide an der Columbine Highschool. Caelum ist dort Lehrer, wĂ€hrend Maureen eine Teilzeitstelle als Krankenschwester hat. An einem Tag im April Ă€ndert sich ihr Leben fĂŒr immer, zwei SchĂŒler zĂŒnden Bomben an der Schule und erschieĂen mehrere SchĂŒler und einen Lehrer. Maureen hĂ€lt sich die ganze Zeit ĂŒber in der Schule auf, versteckt in einem Schrank, Caelum ist aus familiĂ€ren GrĂŒnden unterwegs. Maureen ĂŒberlebt, doch sie ist nicht mehr dieselbe. Sie hat Angst, ist wĂŒtend, macht sich VorwĂŒrfe, ist völlig traumatisiert und wird sĂŒchtig. Das Ehepaar beschlieĂt umzuziehen, denn gerade hat Caelum die Farm seiner Tante Lolly in Connecticut geerbt. TatsĂ€chlich geht es Maureen nach weiteren RĂŒckschlĂ€gen irgendwann besser und sie beginnt wieder als Krankenschwester zu arbeiten. Doch die Panik lĂ€sst sie nicht los, bei jedem Vorfall wird Maureen zittrig und beginnt schlieĂlich sich Beruhigungsmittel zu spritzen. Eines Abends fĂ€hrt sie unter Medikamenteneinfluss einen jungen Mann tot und wird zu 5 Jahren GefĂ€ngnis verurteilt. Caelum bleibt alleine zurĂŒck und bald tauchen Unterlagen seiner Vorfahren auf, er begibt sich auf deren FĂ€hrte und entdeckt beeindruckendes und erschreckendes zugleich. Wird es Caelum gelingen sein Leben wieder lebenswert zu leben?
Meine Meinung:
Die Covergestaltung des Romanes ist auf den ersten Blick wenig aussagekrĂ€ftig, doch nach dem Lesen passt sie bestens zum Inhalt. Wie der Mann auf dem Cover dreht Caelum seiner Vergangenheit den RĂŒcken zu und wirkt desinteressiert und gleichgĂŒltig. Doch je mehr er ĂŒber seine Familie erfĂ€hrt, desto interessierter und faszinierter wird er.
Wer denkt, dass es nur um den Amoklauf an der Columbine High geht, liegt völlig falsch. Auch die Religion hat immer nur wieder kurze Auftritte und bestimmt das Buch keineswegs. Das Buch enthÀlt die Geschichte eines starken Mannes, der durch Freundschaft, Liebe, Religion - aber auch Angst, UnverstÀndnis und Hass, etwas findet, an das er glauben kann.
Das Geschehen wird aus Sicht von Caelum in der Ich-Form geschildert. Die Sprache ist ehrlich, offen, modern und vorantreibend, aber situationsbedingt auch mal derb, mitfĂŒhlend und emotional. Sie zieht den Leser ins Geschehen und wirkt sehr natĂŒrlich und angepasst.
Die Protagonisten sind sympathisch und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Ihre Vergangenheit ist eng mit ihren jetzigen Handlungsweisen verknĂŒpft. Ihr GefĂŒhlsleben ist glaubhaft und nachvollziehbar, ihr Handeln so durchaus verstĂ€ndlich.
Die Handlung allerdings ist leicht ĂŒberladen, irgendwie wirkt es doch etwas zweifelhaft, das ein und dieselbe Person so viele negative Erlebnisse haben kann. Allerdings enthĂ€lt der Roman auch 750 Seiten in denen natĂŒrlich etwas passieren muss, um den Roman nicht langweilig oder langatmig werden zu lassen. Viele RĂŒckblenden, Zeitungsartikel, TagebuchauszĂŒge & Briefe aus dem 19. Jahrhundert... sorgen immer wieder fĂŒr den nötigen Schwung und fĂŒr Abwechslung im Verlauf der Geschichte. Teils ist es zwar etwas schwer die ZusammenhĂ€nge zu erkennen, aber kurz darauf wird auch alles wieder aufgeklĂ€rt und am Ende hat man ein fertiges Puzzle, in dem jedes Teil bestens passt. Der Roman umfasst einen Zeitraum von mehreren Jahren, so dass die Entwicklung der Protagonisten genau verfolgt werden kann.
Fazit:
Ein ĂŒberzeugender Roman, der sicherlich auch ohne den ein oder anderen Schicksalsschlag ausgekommen wĂ€re. Ein Buch, dem es weder an Spannung, noch an GefĂŒhl fehlt und das Mut macht und zeigt, dass jeder RĂŒckschlag nur noch mehr Kraft gibt, um das zu suchen (und zu finden), was man wirklich braucht.
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